Machen elektronische Geräte unser Schlafzimmer tatsächlich zu einer Gefahrenzone? Viele Schlafzimmer sind voll von Geräten, die elektromagnetische Strahlung aussenden: Das Smartphone auf dem Nachttisch fungiert als Wecker, der Fernseher bleibt im Stand-By Modus und über die WLAN-Verbindung werden nachts noch die neuesten Updates auf den Laptop gespielt. Auch der Strom, der durch Leitungen in unseren Wänden fließt, erzeugt magnetische Felder, die heutzutage um bis zu 100 bis 200 Millionen Mal intensiver sind als noch vor 100 Jahren. Es gibt Dinge, die bleiben besser unsichtbar. Denn wer weiß wie wir uns fühlen würden, sähen wir all die elektrischen und elektromagnetischen Felder, die unsere Lebensbereiche durchfließen. In Anlehnung an die als Smog bekannten schädlichen Industrieabgase, werden diese Felder Elektrosmog genannt.

Einige Wissenschaftler sind sich sicher, dass diese Strahlen unsere Gesundheit beeinträchtigen. Sie verweisen auf Studien, die belegen, dass unsere Schlafphasen sich durch die elektromagnetischen Wellen verändern: So verbringen wir weniger Zeit im Tief- und dafür mehr Zeit im Leichtschlaf, die Traumphasen nehmen ab und die Schlafeffizienz wird allgemein schlechter. Zudem soll die Strahlung die Wahrscheinlichkeit erhöhen, an Krebs oder Leukämie zu erkranken. Handfeste wissenschaftliche Beweise für diese Thesen fehlen aktuell allerdings noch.

Digitalisierung und ständige Vernetzung – Fluch und Segen zugleich?

Unser Fortschritt macht uns das Leben so bequem und angenehm wie möglich. Wir besitzen unzählige elektronische Geräte, die ständig irgendwie vernetzt sind. Sei es mit einer Stromquelle oder einem Funknetz. Während wir auf unsere Bildschirme blicken, mit unserem Handy telefonieren oder nur die Waschmaschine laufen lassen, sehen wir nicht, welche elektrischen oder magnetischen Wellen sich um uns herum bewegen.

Seit es den Mobilfunkt gibt, wird elektromagnetische Strahlung wird untersucht. Viel Geld wurde bereits in Forschung investiert – Klarheit besteht jedoch bis heute nicht. Das schlägt sich in der öffentlichen Wahrnehmung nieder: Während die einen Vereine gründen, um das Thema Elektrosensibilität präsenter zu machen, tragen die anderen weiterhin unbedarft den ganzen Tag ihre Smartphones am Körper und lassen sämtliche Geräte im Schlafzimmer im Stand-By Modus. In einer 2009 durchgeführten Umfrage des Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramms gaben 30 Prozent der Befragten an, sich Sorgen um die gesundheitlichen Auswirkungen elektromagnetischer Strahlung zu machen. Zwei Prozent der Bevölkerung schätzen sich selbst laut Bundesamt für Strahlenschutz als „elektrosensibel“ ein. Das Bundesamt für Strahlenschutz gibt Hinweise zu Strahlenbelastung und rät, „die persönliche Strahlenbelastung durch eigene Initiative zu minimieren“. Das gilt vor allem für den Schlafbereich, denn immer wieder kommt es im Zusammenhang mit „Elektrosmog“ zu Schlafstörungen und Unruhe.

Maßnahmen gegen Elektrosmog

Wie häufig in der Wissenschaft liegt der Ursprung der Uneinigkeit hauptsächlich darin, dass noch keine Langzeitfolgen bewiesen worden sind. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann sich an Empfehlungen halten, deren Ausführung das Risiko der Strahlung vermindern und unter Umständen die typischen Symptome wie Kopfschmerzen und Unwohlsein verhindern können. Der Schlafmediziner Michael Feld schlägt vorsichtigen Bürgern vor, Elektrogeräte vor dem Schlafengehen auszustecken. Das Strahlenabstandsgesetz besagt, dass die Strahlung exponentiell schwächer wird, je weiter sie vom menschlichen Körper entfernt ist: Wer Radiowecker und Digitaluhren sowie Smartphone oder Tablet also wenige Meter vom Bett entfernt positioniert, muss sich weniger Gedanken über die elektromagnetischen Wellen machen.

  • Elektrische Wechselfelder: Was also tun, um sich hier zu schützen? Eine aufwendige Lösung ist die entsprechende Abschirmung, indem leitfähige Folien, Materialien und Farben fachgerecht angebracht und geerdet werden. Bedeutend günstiger und vor allem auch schneller ist die Verwendung eines Netzfreischalters. Mit diesem wird die Stromzufuhr automatisch abgestellt, sobald kein Gerät mehr Strom verbraucht. Ihr solltet allerdings das Standby vermeiden.
  • Magnetische Wechselfelder: Für einen guten Schlaf ist es empfehlenswert, alle nicht benötigten Geräte auszuschalten und genügend Abstand zu halten. Gerade bei Radioweckern sollte darauf geachtet werden, dass dieser mindestens einen Meter von eurem Schlafplatz entfernt ist. Eine Stereo-Anlage sollte lieber nicht im Schlafzimmer stehen. Tut sie es doch, sollte darauf geachtet werden, dass zwischen ihr und eurem Kopf mindestens zwei Meter liegen.
  • Hochfrequente Wellen: Unser Organismus scheint damit überfordert und reagiert unterschiedlich. Die Folgen können sein: Müdigkeit, Ohrengeräusche und Schwindelgefühle, Schlafstörungen und Kopfschmerzen sowie Depressionen und Herzrhythmusstörungen. Der Schutz vor diesen hochfrequenten Wellen ist schwierig, dafür müsste man auf die Technisierung zuhause verzichten, oder sie zumindest auf Notwendigkeiten reduzieren.

Technik raus und gute Nacht? 

Auch wenn der Einfluss von Elektrosmog auf unsere Gesundheit noch nicht abschließend geklärt ist, sprechen wissenschaftliche Studien und die Aussagen der Betroffenen eine eindeutige Sprache. Die Technisierung hat einen Preis, dem man mit wachen Augen begegnen sollte. Gerade im Schlafbereich sollte man sicherstellen, dass die Strahlung so gering wie möglich gehalten wird. Denn gerade im Schlaf, wenn unser Körper regeneriert und viele Prozesse herunterfährt, sollten die schädlichen Einflüsse soweit wie möglich zurückgefahren werden.Wer sich Gedanken macht, der sollte vorab eine qualifizierte Analyse der Strahlenbelastung vornehmen. Dabei sind die Verwendung hochwertiger Messgeräte und die Nutzung qualifizierter Messtechniken unerlässlich.

Beratungstermin vereinbaren